Quantentechnologien

Bitkom Quantum Summit 2021

Die Erwartungen sind gigantisch, die Einsätze groß: Die Quantenphysik erreicht die Lebenswirklichkeit. Wenn Quantentechnologien in die Anwendung kommen, sind die Möglichkeiten noch kaum absehbar, so gewaltig ist das Potenzial. Die Frage ist: Wann und wie kommen Quantentechnologien in die Anwendung? Die Fraunhofer-Gesellschaft ist der Antwort in zahllosen Projekten und Initiativen auf der Spur. Im Mai 2021 richtet der Branchenverband Bitkom den ersten Quantum Summit aus. Und natürlich ist Fraunhofer dabei.

Der Branchenverband Bitkom richtet am 26. und 27. Mai 2021 den ersten »Quantum Summit« aus. Dort tauschen sich wichtige Akteuren der Anbieter- und Anwenderseite, mit Forschern, Startups, Politik und Verwaltung sowie internationalen Gästen aus. Der Summit gibt einen Überblick und eine Einführung in die Quantentechnologien und zeigt, wie heutige Entscheidungen – politisch, wirtschaftlich und technologisch – die Zukunft in Europa und der Welt gestalten.  

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist als Premiumpartner des Events dabei. 13 Speakers aus sieben Instituten, der Fraunhofer Academy und der Fraunhofer Zentrale werden das Programm mit Vorträgen, in Diskussionsrunden und Workshops bereichern.

Der Bitkom Quantum Summit 2021 findet am 25. und 26. Mai 2021 virtuell statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Registrieren kann man sich unter dem diesem Link: www.quantum-summit.com/tickets

Sie möchten mit einem Quantencomputer arbeiten?

Kompetenznetzwerk Quantencomputung

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FUTURAS IN RES conference

The Quantum Breakthrough

This year’s topic is “Quantum Technologies” and it will be held from November 23–25, 2021 in Berlin, Germany.

 

Jobangebote im Bereich Quantentechnologien

 

Studie

Quantum Machine Learning: Kompetenzen, Forschung, Anwendung

In unserer Studie »Quantum Machine Learning« geben wir einen Einblick in das Quantencomputing, erklären, welche physikalischen Effekte eine Rolle spielen und wie diese dazu genutzt werden, Verfahren des Maschinellen Lernens zu beschleunigen.

 

Wissenschaftliche Publikationen zum Thema »Quantentechnologien«

Kompakt erklärt: Quantum Basics

  • Quantenphysik ist in unserem Alltag praktisch kaum erlebbar. Alles für uns direkt Erfahrbare – alle makroskopischen, größeren Dinge – gehorcht den Prinzipien der klassischen Physik. Doch im Kleinen, auf atomarer Ebene, werden diese auf den Kopf gestellt: Denn dort zeigen sich die Gesetze der Quantenphysik. Und die erscheinen nicht nur auf den ersten Blick merkwürdig: Elementarteilchen, Atome und Moleküle können sich wie Teilchen oder Wellen verhalten. Sie können sich überlagern und damit mehrere Zustände gleichzeitig einnehmen. Und sie lassen sich miteinander verschränken, so dass ein Teilchen immer die komplementäre Information zu seinem Zwilling besitzt – egal wo dieser sich befindet. Vor allem die Unsicherheit des Zustands eines Teilchens ist in der Quantenmechanik fundamental. Es befindet sich in einer sogenannten Superposition von verschiedenen möglichen Zuständen. Kurz: Nichts steht fest, aber alles ist möglich. Es geht also um Wahrscheinlichkeiten, genauer um Wahrscheinlichkeitswellen. Erst wenn man ein Teilchen beobachtet oder misst, weiß man, an welcher Position, in welchem Zustand es sich genau befindet – und zerstört damit gleichzeitig den Quantenzustand.

  • Quantentechnologien

    Wir unterscheiden zwischen verschiedenen Disziplinen, die sich die Eigenschaften der Quantenphysik zunutze machen.

    Beim Quantencomputing werden so genannte Qubits anstelle von »herkömmlichen« Bits genutzt, um Rechenoperationen durchzuführen. Qubits können durch die Überlagerung von Quantenzuständen auch jede beliebige Kombination aus 0 und 1 annehmen. Auf diese Weise lassen sich größere Probleme und komplexere Aufgaben parallel statt linear berechnen. Um damit rechnen zu können, müssen Quantenalgorithmen definiert und übersetzt werden. Die ersten Quantencomputer sind bereits im Einsatz – so zum Beispiel beim Fraunhofer Kompetenznetzwerk in Ehningen. Die Zukunftsvision ist das Quanteninternet, das mehrere Quantencompouter über Quanteninformation miteinander koppelt.

    In der Quantenkommunikation kommen so genannte Zwillingsphotonen zum Einsatz. Sie ergänzen sich jederzeit in ihren Eigenschaften – unabhängig davon, wie weit sie voneinander entfernt sind. Man braucht man nur eins zu messen, um den Zustand des anderen zu kennen. Dieser Umstand lässt sich für eine sichere physikalische Verschlüsselung nutzen, mit der man Hackerangriffen, Datenleaks, Wirtschafts- und Bankenspionage künftig bald zuverlässig vorbeugen könnte.

    Beim Quantenimaging werden verschränkte Photonen genutzt, die das gesamte optische Spektrum von Infrarot bis Ultraviolett abdecken. Damit können Objekte auch in Wellenlängenbereichen sichtbar gemacht werden, die bislang unsichtbar waren. Vereinfacht gesagt, wird für die Untersuchung des Objekts ein anderer Lichtstrahl genutzt als für die Bildgebung in der Kamera. Während die einen Photonen zum zu detektierenden Objekt im unsichtbaren Wellenlängenbereich geschickt werden, werden die Zwillingsphotonen im sichtbaren Spektrum von einer Kamera eingefangen. Da die verschränkten Lichtteilchen die gleiche Information in sich tragen, entsteht ein Bild, obwohl das Licht, das die Kamera erreicht, das eigentliche Objekt nie erfasst hat. Einsatz sollen diese Prinzipien in der medizinischen Bildgebung oder in der Untersuchung von Materialoberflächen finden.

    Die Disziplin der Quanten-KI verbindet zwei aktuelle Schlüsseltechnologien: Quantencomputer und Künstliche Intelligenz. Quantencomputern könnten in kürzester Zeit ein Problem bewältigen, mit denen sich digitale Systeme zur Zeit noch schwer tun: Mathematisch betrachtet sind viele KI-Probleme so genannte kombinatorische Optimierungsprobleme, etwa optimale Lieferrouten zu bestimmen. Wenn solche Probleme komplex sind, also viele Variablen enthalten, ist es heute auf sehr schwer bis unmöglich, optimale Lösungen in vertretbarer Zeit zu finden.

    Das Grundprinzip der Quantensensorik ist simpel: Um Atomkerne fliegen Elektronen, die sich wie ein Kreisel um sich selbst drehen. Diese Drehung heißt Spin – eine quantenmechanische Eigenschaft. Durch den Elektronenspin bildet sich ein magnetischer Dipol um das Elektron, der von anderen magnetischen Feldern angezogen oder abgestoßen wird. Für die so genannte Quantenmagnetometrie werden die Zustände von Elektronen – genau genommen der Elektronen-Spin – eines ganz bestimmten Defekts in der Gitterstruktur von Diamanten optisch gemessen. Ein Magnetfeld verschiebt die Energien der Spin-Zustände, was durch eine Änderung der Helligkeit gemessen werden kann. Die Quantensensorik öffnet neue Türen vor allem in der medizinischen Diagnostik und der Materialanalyse.

  • Welle-Teilchen-Dualismus

    Elementarteilchen wie Photonen oder Elektronen, sogar Atome oder Moleküle verhalten sich manchmal wie Wellen und manchmal wie Teilchen. Während ein klassisches Teilchen nur an einem Ort sein kann, breitet sich eine klassische Welle im Raum aus und kann sich mit anderen Wellen überlagern.

  • Quanten-Tunneleffekt

    Teilchen können sich aufgrund ihrer Welleneigenschaften durch Energiebarrieren bewegen als würden sie durch Wände gehen. Da Menschen aus Atomen bestehen, gibt es eine theoretische Wahrscheinlichkeit ungleich Null, dass jedes einzelne Teilchen im menschlichen Körper die Potentialbarrieren einer Wand überwindet. Der Versuch, das zu beweisen, könnte jedoch schmerzhaft werden.

  • Schrödingers Katze

    Das vielleicht berühmteste Gedankenexperiment, um Quantenphysik zu erklären. In einer Kiste sitzt eine Katze zusammen mit einer Giftgasampulle. Durch einen Mechanismus, der durch ein radioaktives Teilchen ausgelöst wird, besteht zu jedem Zeitpunkt die Wahrscheinlichkeit, dass das tödliche Gift freigesetzt wurde. Der radioaktive Zerfall bietet dabei einen idealen Zufallsgenerator für diesen Zeitpunkt. Ohne Wechselwirkung mit der Außenwelt befindet sich Schrödingers Quantenkatze also in einer Superposition, verschränkt mit dem Zustand des radioaktiven Teilchens. Sie ist quasi sowohl lebendig als auch tot. Erst wenn jemand in der Kiste nachschaut, wird das Tier auf einen von beiden Zuständen festgelegt. 

  • Quantenverschränkung

    Diesen Effekt nannte Einstein noch »spukhafte Fernwirkung«. Sind zwei Teilchen miteinander verschränkt, ergänzen sie sich immer in ihren Eigenschaften. Sie sind untrennbar verbunden, auch wenn sie Lichtjahre voneinander getrennt sind. Misst man zum Beispiel bei einem Zwillingsphoton eine vertikale Polarisation, dann ist das andere Photon sofort horizontal polarisiert. Und das, obwohl sein Zustand unmittelbar vorher noch nicht festgelegt war und kein Signal zwischen den beiden Teilchen ausgetauscht wurde.

Podcasts

 

16.4.2021

Quantencomputing

Prof. Dr. Manfred Hauswirth
Leiter des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS | Sprecher des Fraunhofer-Kompetenznetzwerks Quantencomputing

 

Quanten-KI

Prof. Dr. Christian Bauckhage
Stellv. Leiter des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

 

7.5.2021

Quanten-Internet

Florian Elsen
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Weitere Informationen

 

www.fraunhofer-innovisions.de

Unglaublich schnell und erst der Anfang

Erster Teil des Interviews mit Dr. Hannah Venzl, Leiterin des Fraunhofer-Kompetenznetzwerks  Quantencomputing

 

www.fraunhofer-innovisions.de

Dramatische Fortschritte in der künstlichen Intelligenz

Interview mit Prof. Dr. Christian Bauckhage vom Fraunhofer IAIS

 

Fraunhofer Strategisches Forschungsfeld

Quantentechnologien

Fraunhofer Webspecial

Abenteuer Zukunft – es hat begonnen!

Willkommen in der Welt der Quanten, wo nichts logisch, aber alles möglich scheint. Hier beginnt für uns die Reise in ein neues Zeitalter, in dem Quantentechnologien uns helfen, die Welt besser zu verstehen und zu organisieren. Fraunhofer bringt sie in die Anwendung.